Der Montag hielt kühleres Wetter bereit, ideal für einen
längeren Ausflug. Noch ist es überall fast müllfrei nach den
Subbotniks im April ... Wir begannen in Novyj Milet,
leider war vom angekündigten
Adelssitz überhaupt nichts mehr übrig. In der Kirche erzählte man
uns von Bulldozern, die in der Sowjetzeit den Friedhof plattgemacht
haben, und von in den 30er Jahren erschossenen Priestern, die nun
heilig gesprochen wurden. Letzteres haben wir nicht nur hier
gehört. Einen Abstecher machten wir nach Poltevo zu einer Kirche
aus dem Jahre 1706,
leider war sie geschlossen. Doch
mich beeindruckte ein Plakat davor - die Bilder verdeutlichen, wie
sich eine Frau fühlt, die Mutter geworden ist und eine, die einen
Schwangerschaftsabbruch vorgenommen hat. Sehr bildend ... Danach
fuhren wir nach Korenevo, wo an der Straße eine kleine Kirche im
späten Barockstil steht.
Eine Kirche im neorussischen
Stil, der Architekt war Roman Klein, der auch das ZUM plante, steht
in Osetschenki. Außen relativ eckig, innen hat sie viele
Gewölbe.
Interessant war es in der
Altgläubigenkirche in Nowocharitonowo.
Der Priester dort hat keine
abgeschlossene Ausbildung, nach 3 Monaten wurde er in diese
Gemeinde geschickt, wo Not am Mann war - er würde es schon lernen,
wie es geht. Er erzählte uns z. B. über den Chor, der unisono singt
und zeigte uns alte Gesangsbücher, die Notenschrift ist schon
interessant. Und dann hat er extra für uns gesungen. Und wir
durften sogar fotografieren in der Kirche,
die ich in Hosen betreten durfte.
Sehr tolerant. Byzantinisch sieht diese Kirche in Karpovo aus,
allerdings verfällt sie offensichtlich
. Auf dem Rückweg hielten wir
noch in Gshel, einem berühmten Ort der Porzellanproduktion, das
blau-weiße Porzellan ist aber nicht so nach unserem Geschmack, wir
sahen uns in der Kirche eine Ikonenwand aus Porzellan an.
Eigentlich war die Kirche zu,
aber wir durften sie durch den Kirchenladen betreten. Die
Ikonenwand weist fast noch keine Ikonen auf, die werden erst nach
und nach gemalt. Immerhin achtet man hier auf Geschmack, wir haben
schon viele Ikonostase gesehen mit billigen Drucken. Dann beeilten
wir uns nach Hause zu kommen, denn ab 18 Uhr sollte das Zentrum
gesperrt werden, die nächste Probe für die Parade am 9. Mai war
angesagt.
Aufgefallen sind uns ein paar Häuser, Holzhäuser stehen in den
kleinen Dörfern in allen Stadien-von schön gestrichen bis
Verfall,
manche bekamen Zuwachs aus
Stein.
Und hier ein sehr merkwürdiger
Bau, ungewöhnlich hoch.
Interessant ist auch die Art des Bekanntmachens, dass ein Feuer
ausgebrochen ist - Dranschlagen, wenn es brennt. 

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